Hybrider Urlaub? Fotoreise & Roadtrip mit Camper und Hüttenübernachtungen zu den Dolomiten

In diesem Artikel möchte ich meine Fotoreise visuell aufarbeiten und euch Tipps zur Routenplanung sowie zu ausgewählten Fotospots geben. Viele dieser Orte sind nur zu Fuss erreichbar, die Wanderungen beschreibe ich daher jeweils grob, da eine einfache Anfahrt nicht möglich ist.
Gleichzeitig ist mir ein respektvoller Umgang mit der Natur wichtig. Bitte haltet euch an den Grundsatz:
Lass alles, wie du es vorfindest, und nimm nur Erinnerungen (und Abfall) mit.
Link zur Italien Seite mit dem Bildervideo.
Übersicht
Fotoreise in Norditalien
Einleitung
Der Alpenbogen zieht sich vom Raum Wien über die Schweizer Alpen rund um Zermatt und Chamonix in Frankreich bis an die Mittelmeerküste bei Monaco. Dabei prägt er Italien gleich zweimal: im Osten in den Dolomiten und im Westen im Aostatal.
Da Landschaften klar meine Vorliebe in der Fotografie sind und ich ohnehin gerne wandere, war die Fotoreise in die Alpen perfekt geeignet. Meine Reiseroute enthielt einige Bergkulissen, bei denen es sich ständig lohnte, anzuhalten und mal durchzuatmen. Die Landschaften wirken malerisch, und nahezu endlos schlängeln sich all die Wege durch die Täler. Das östliche Alpenmassiv Italiens umfasst die Lombardei, Südtirol wie auch Venetien, von mir gerne einfach als Dolomiten zusammengefasst. Die kargen Berge und ihre schönen, hohen Plateaus sind für mich in dieser Umgebung einzigartig.
Gerne möchte ich euch visuell auf meine Fotoreise mitnehmen.
Routenwahl + Fotospot-Orientierung
In diese Fotoreise wollte ich noch einen Besuch bei einem Gletscher einbauen. Daher wählte ich meine Route über den Albulapass in Richtung Pontresina, damit ich dort den Morteratschgletscher sowie die schöne Umgebung erkunden konnte.
Nach dem Berninapass und der Landesgrenze in Tirano ging es entlang den endlosen Serpentinen des Passo dell’Aprica nach Vezza d’Oglio. Über den Passo Tonale verliess ich die Lombardei und setzte ich meine Reise in Südtirol fort. Der Hauptort Bozen erhielt ebenfalls einen Stopp, wenn auch sehr kurz.
Die Wanderausflüge auf der Seiser Alm, in der Geislergruppe oder später beim Passo di Falzarego Richtung Cinque Torri und Croda da Lago schlossen meine Reise ab.
Wie die Route so entstanden ist, bleibt mir ein Rätsel. Ich suchte mir diverse Fotospots aus, die ich gerne besuchen wollte, und überlegte mir, wie und wo ich in der Nähe schlafen kann. Die Motive für die Fotoreise waren primär Landschaften, Sternenhimmel und Bergseen. Während der Fahrt gab es wenige Stopps, auch wenn all die Passstrassen ein Augenschmaus waren.
Für bestimmte Fotospots schlief ich in drei Berghütten:
SAC Boval-Hütte
Rifugio Firenze – Regensburger Hütte
Rifugio Croda da Lago – Palmieri Hütte
Unterwegs übernachtete ich einmalig auf einem Campingplatz, dem I Larici, sehr empfehlenswert. Die übrigen Nächte verbrachte ich freistehend.
Mit einfachen Mitteln lassen sich die Fotospots gut recherchieren, etwa mit Google-Maps-Karten oder lokalen Blogartikeln. Für den Feinschliff, wie zum Beispiel den Sonnenauf- und Sonnenuntergang, arbeitete ich mit PhotoPills. Diese App kann ich allen Naturfotografen nur empfehlen. Für die Übernachtungen setzte ich die App park4night ein. Mit den vielen Einträgen und den aktuellsten Kommentaren konnte ich sorglos meine Plätze für die Nächte heraussuchen.
Camping-Erlebnisse und Schock
In den drei Regionen ist das Freistehen, also das Übernachten im Auto, oft toleriert. Das Campen hingegen, mit dem Aufstellen von Tisch und Stuhl, wird geahndet.
Die Beiträge anderer Blogs und Kommentare aus park4night decken sich nicht immer; manche erhielten für eine Übernachtung eine Busse. Deshalb empfehle ich Übernachtungen auf Campingplätzen in Südtirol.
In der Region der Seiser Alm gibt es jedoch sehr wenige, und diese sind schnell ausgebucht. Als ich einen an einem Abend gegen acht Uhr anfuhr, wurde ich ebenfalls abgewiesen. Nächster Campingplatz: 50 Minuten Autofahrt entfernt. Da half nur noch das Freistehen. Auf dem Weg und beim Verlassen in aller Frühe sah ich während der Fahrt überall Camperfahrzeuge! In allen möglichen geeigneten Nischen, Parkplätzen und Ausbuchtungen. Die meisten hielten sich auf den ersten Blick schön an die Regeln, kein Mobiliar war aufgestellt, aber trotzdem eindrücklich!
Von da an war klar, weshalb die Parkplätze immer teurer werden. In der Region St. Ulrich in Gröden beispielsweise sind es 2,5 Euro pro Stunde, Tages- wie auch Nachttarif.
Für mich wurde klar, dass ich natürlich auch Teil des Problems bin. Meinen nächsten Besuch in Italien plane ich in anderen Gebieten. Als besonders stark frequentiert habe ich die Regionen in St. Ulrich in Gröden, die Drei Zinnen und alles rund um Cortina d’Ampezzo erlebt.
Fotospots aus der Reise
Highlight – Gletscherhöhle im Sommer
Der Bahnhof Morteratsch bei Pontresina wurde 1908 eröffnet und befand sich damals in der Nähe der Gletscherzunge. Ziel war sicherlich damals schon, die Touristen näher an den Gletscher zu bringen. Heute, im Jahr 2026, erstreckt sich die Strecke vom Bahnhof zur Gletscherzunge über mehr als drei Kilometer.
Aus ein paar Minuten Wegdistanz ist heute also über eine Stunde geworden. Eindrücklich auf jeden Fall! Am Gletscher angekommen, eröffnen sich im Sommer wenige Möglichkeiten, die Höhlen zu erkunden. Viel Schmelzwasser schlängelt sich durch die Höhlen hinaus ins Freie. Trotzdem konnte ich in zwei Höhlen hineingehen und einige Eindrücke mitbringen. Das Eis im hellen Tageslicht ist unbeschreiblich schön. Wichtiger Hinweis: Es sind Minustemperaturen, und es herrscht ständige Eisschlaggefahr. Bitte entsprechende Ausrüstung wie passende Kleidung und einen Helm mitnehmen.
Fotoempfehlungen: Packe ein Stativ ein und halte die Szene mit einem Weitwinkel- oder einem Allroundobjektiv fest. Es «regnet» stellenweise Schmelzwasser, daher ist ein Besuch am Morgen gegenüber dem Nachmittag ratsam.
Besuchenswert: Ja.
Highlight – Seiser Alm
Die Seiser Alm wird sicherlich durch ihre Postkartenmotive ihre Berühmtheit erlangt haben. Die grösste Hochalm Europas ist auch dank der Gondelbahn und der Zufahrtsstrasse sehr leicht zu erreichen. Übrigens: Alm ist dasselbe wie Alp. Ich bin es gewohnt, dass Almen neben ihrer Schönheit auch kaum bekannt oder zugänglich sind. Das ist bei der Seiser Alm definitiv nicht der Fall. Luxusresorts, Sessellifte für die Wintersaison und Radverleih für den Sommer machen diesen Ort zu einem Touristenmagneten.
Als Fotograf wollte ich lediglich das Panorama zum Langkofel und Plattkofel im Licht des Sonnenaufgangs erfassen. Da die Gondelbahn erst um 08:30 Uhr öffnete, hatte ich das Glück, bei meiner Wanderung in den frühen Morgenstunden kaum jemanden anzutreffen. An der Talstation konnte ich auf der offenen Parkfläche für 2 Euro pro Stunde das Auto abstellen und lief los. (PS: Tiefgaragenparkplätze kosten dort 6 Euro pro Stunde.) Hinauf zur Alm, bis zu einem guten Fotospot, dauert der Aufstieg gut 100 Minuten, etwas mehr als 5 km.
Nach dem Sonnenaufgang ist ein Kaffee mit Apfelstrudel die Krönung. Die Baita Sanon Hütte erfüllte mir hier den Wunsch.
Fotoempfehlungen: Um die Landschaft voll und ganz auf ein Bild zu bringen, empfehle ich kurze Brennweiten wie 24 mm. Falls du vor der blauen Stunde oben sein möchtest, ist ein Stativ nötig. Sobald die Sonne aufgegangen ist, kannst du es weglassen.
Besuchenswert: Ja, aber nur in den frühen Morgenstunden. Abends respektive nachts sicherlich auch passend für ein Motiv. Bedingt ein Hinauf- oder Hinuntersteigen der Alm.
Highlight – Cinque Torri
Auf Google Maps sah ich auf dem Weg zu den Drei Zinnen die Cinque Torri, fünf markant auffällige Türme inmitten der wunderschönen Panoramaumgebung. An der Passstrasse des Passo di Falzarego gibt es unendliche kostenlose Parkplätze. Grosser Kontrast zur Umgebung rund um die Seiser Alm. Auch die Cinque Torri wollte ich in der frühen goldenen Stimmung belichten, verschlief aber. Der Sternenhimmel in der Nacht hielt mich zu lange wach.
Der Weg hinauf ab der Passstrasse ist kurz, in etwa 90 Minuten stehst du bereits vor den Säulen. Sehr imposant ragen sie über die ehemalige Militärfestung aus dem Ersten Weltkrieg. Früh am Tag begegnete ich kaum anderen Wanderern, nur wenigen, die im Rifugio Cinque Torri gleich am Fusse schliefen. Die Region ist beliebt fürs Sportklettern an diesen Felsen.
Die Sonne stieg steil über die Säulen hinauf, das totale Gegenlicht – ein Graus! Hier schafft die Blende Abhilfe. Mit einem Allroundobjektiv lassen sich tolle Motive finden. Dabei ist die Blende stark geschlossen und die Sonne jeweils an den Rand einer Säule zu setzen.
Fotoempfehlung: Dieses Landschaftsmotiv, die fünf Säulen, kommt bei langen Schatten besonders zur Geltung. Mittags- und Nachmittagssonne sind zu meiden. Bis zur späten Morgensonne respektive Abendsonne gibt das Licht deinem Bild spannende Tiefe.
Besuchenswert: Eher nein. Die Cinque Torri alleine sind an den Randzeiten sicher schön. Das angrenzende Gebiet mit dem Ra Gusela und der Bergbahn zum Rifugio Averau ist überlaufen.
Lowlights der Fotoreise
Orte, die ich nicht näher beschreibe und definitiv nicht empfehle. Sucht andere schöne Orte auf, die hier klar unter den Unmengen an Touristen leiden.
Cortina d’Ampezzo (Ortschaft)
Geislergruppe (Bergregion, zu viele Touristen)
Drei Zinnen (Da ging ich zum Glück nicht mehr hin)
Alternativ kann man an diesem Spot anfragen, um die Felsformation gut beobachten: Parkplatz Drei-Zinnen-Blick)
Statistik
Gefahrene Strecke: | 933km |
Gefahrene Zeit: | 21h 25min |
Hüttenübernachtungen: | 3 |
Campingplätze: | 1 |
Freistehende Nächte: | 3 |
Fotos: | 857 Kamera, 187 Handy |
Wanderungen: | 11 |
Kilometer: | 114km |
Höhenmeter: | 9460m ↑ / 8330m ↓ |
Klettersteige: | 3 |




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