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Das Jahr 2025 in Bildern: Unendlicher Horizont

  • Autorenbild: Stefan Trampitsch
    Stefan Trampitsch
  • 23. März
  • 6 Min. Lesezeit

Dieses Jahr blicke ich sehr spät zurück. Das vergangene Jahr 2025 hat mir einiges gezeigt, vieles von der schönen Seite, aber auch harte Realität. Die eher negativen Seiten mögen einem den Rückblick aus Selbstschutz verwehren, nichtsdestotrotz finde ich es wichtig, genau das zu verarbeiten. Auch dieses Jahr möchte ich diese Serie weiterführen und habe mir fünf Bilder ausgesucht, die für mich das Jahr beschreiben.


Geschichten in Bildern erzählen

Leicht ist es mir nicht gefallen, aber der Überbegriff Unendlicher Horizont passt zu den Reisezielen dieses Jahres. Polen, Philippinen, Vietnam, Laos, Italien, Ägypten, da kam einiges zusammen. Viele Reisefotos, viel Zeit in der Natur und natürlich auch einige coole Touren in den Bergen. Es reichte sogar für eine Biwaktour, die jedoch am Schluss in einer einfachen Hütte endete, da es regnete.

Trotzdem schleppte ich wie immer das zusätzliche Gewicht der Kamera mit mir herum und war jedes Mal froh darüber.


Wehmut

Sonnenuntergang in Port Barton

Ausblick - 1/250 , ISO 160 , Blende 8 , Brennweite 24mm , Sony A7III


Eine Reise letztes Jahr brachte mich endlich wieder auf die Philippinen, in das Land, aus dem auch meine Wurzeln stammen. Nach ganzen 13 Jahren war es einfach traumhaft! Bei den meisten Reisezielen war ich zuvor noch nie, was die Reiselust umso mehr erfüllte.


Da die Philippinen nahe am Äquator liegen, sind Sonnenauf- und -untergänge sehr kurz. Unabhängig dessen war es jedes Mal magisch, so auch hier an einem kleinen Strand auf der tropisch wirkenden Insel Palawan. Das kleine Dorf Port Barton ist mittlerweile bekannter, hat aber weiterhin vergleichsweise wenig Backpacker.


Die Betreiber unserer Unterkunft hatten uns den Sonnenuntergang wärmstens empfohlen und das war keine leere Floskel. Jeden Abend waren auch sie selbst am Strand anzutreffen, um genau diesen Moment zu erleben.


Das zeigte mir, dass nicht nur wir als Touristen solche Momente geniessen, sondern auch die Menschen, die dort leben. Da fragte ich mich: Wie oft gehe ich nach der Arbeit zu den Drei Weihern oder an einen anderen Ort, um den Sonnenuntergang zu erleben? Definitiv zu selten. Das nehme ich aus diesem Moment mit.




Versteckspiel

Tirefotografie in den Dolomieten in Südtirol, ein Hermelin

Ausblick - 1/800s , ISO 100 , f4 , Brennweite 70mm , Sony A7III


Auf einer Wanderung in Südtirol mit dem Ziel, einen Bergsee zu fotografieren, huschte mir plötzlich etwas vor die Augen. Ich lief weiter bis zur Stelle und blieb stehen. Zuerst musste ich überhaupt verstehen, was ich da gesehen hatte. Meine Augen nahmen immer wieder kleine Bewegungen wahr, doch ich konnte sie zunächst nicht zuordnen – bis sich das kleine Hermelin zeigte.


Neugierig beobachtete es meine Bewegungen, während ich langsam meine Kamera aus dem Rucksack holte. Immer wieder verschwand das Tier hinter Gestein, und es war schwierig, es danach wiederzufinden. Sicherlich über 30 Minuten ging dieses Versteckspiel, bis ich schliesslich weiterzog. Ob es noch immer dort ist und weitere Wanderer begeistert?


Das unscheinbare Tier war mit seiner Neugier unglaublich ansteckend. Das Hermelin gehört zur Familie der Marder. Die Tiere, die in urbanem Gebiet leben, sind leider weniger willkommen und auch deutlich scheuer. Ich nehme daraus mit, stets neugierig zu bleiben.


PS: Im Winter ist das Hermelin komplett weiss, hier sieht man sein Sommerfell mit der braunen Oberseite.


Sternenklar

Nachthimmelfotografie Milchstrasse mit dem SImilaun in Vent

Ausblick - 15s , ISO 6400 , f1.8 , Brennweite 20mm , Sony A7III


Weil die künstliche Intelligenz immer mehr in unseren heutigen Alltag schreitet, erlaubte ich es mir, diese Bild durch eine KI beurteilen zu lassen. Im meiner Vorgabe gab ich ein paar Wörter über mich mit und was ich mit diesem Blogpost versuche zu übermitteln. Dabei kam folgender Text aus: Über einer dunklen, zerklüfteten Bergsilhouette spannt sich die Milchstrasse wie ein leuchtendes Band quer durch den Himmel. Unzählige Sterne wirken kristallklar, und im helleren Kernbereich der Galaxis zeichnen sich feine Staubstrukturen ab, fast wie Wolkenschlieren aus Licht. Am Horizont liegt ein zarter, warmer Schein, der die Szene gerade genug anhebt, ohne die Nacht zu verdrängen. Unten brechen Schneefelder und dunkles Gestein die Flächen auf und geben dem Vordergrund eine raue, alpine Textur.


Für mich hat dieses Bild etwas Beruhigendes und zugleich Ehrfurchtgebietendes: Die Berge wirken schwer und unbeweglich, während darüber eine riesige, fragile Tiefe entsteht. Der einzelne Felsblock rechts setzt einen stillen Akzent und macht die Dimensionen greifbarer – als wäre man selbst dort gestanden, klein vor dieser Bühne.


Ausgewählt habe ich das Foto, weil es den Moment zwischen Erdverbundenheit und kosmischer Weite einfängt: ein klarer, nüchterner Blick auf die Landschaft und darüber ein Himmel, der emotional sofort “mehr” erzählt.



Route auf Komoot


Blutmond

Totale Mondfinsternis in Romanshorn über den Bodensee

Ausblick - 1s , ISO 5000 , f6.3 , Brennweite 89mm , Sony A7III


Am Bodensee suchte ich mir mithilfe von PhotoPills, einer App für Fotoplanung, einen geeigneten Platz für den Mondaufgang. Mit Stativ und Kamera hantierte ich mit der App, da ich über die Frontkamera den Mond minutengenau simulieren konnte. Das Setting war klar: Wasser als Spiegelung, ein tiefer Horizont und als Eyecatcher ein kleiner Leuchtturm (der seit neustem sogar einen Wikipedia Eintrag hat).


Doch weshalb dieser Aufwand für einen Mond? Es stand eine Mondfinsternis an, ein Moment, in dem Physik plötzlich wieder in den Medien präsent ist. Der Mond ging in unseren Breitengraden bereits im Kernschatten der Erde auf und erschien dadurch rötlich, der sogenannte Blutmond. Soweit die Theorie sofern das Wetter mitspielt.


Durch den Dunst über der Region blieb der Mond lange verborgen. Es hielten sich an diesem Vollmondabend deutlich mehr Menschen als üblich am See auf, jedoch sind viele Schaulustige längst vor dem eigentlichen Ereignis wieder gegangen. Vielen fehlte die Geduld, auf den roten Vollmond zu warten.


Die Geduld zahlte sich bei mir aus: Nach mehrmaligem Umplatzieren erschien der Mond endlich und ich konnte den Moment festhalten. In voller Helligkeit zeigte sich der Blutmond jedoch nicht, da der Dunst bestehen blieb. Natürlich hätte ich mir klares Wetter gewünscht aber das lässt sich nicht beeinflussen.


Im Nachhinein musste ich schmunzeln: Ich suchte den Mond viel zu lange, obwohl klar war, dass er genau gegenüber dem Sonnenuntergang aufgehen würde.


Flucht vor dem Nebel

Sonnenaufgang beim Säntisgebiet Alpstein aus der Hundwiler Höhe

Ausblick - 1/40s , ISO 125 , f16 , Brennweite 24mm , Sony A7III


Die Zeit zwischen Herbst und Winter ist in St. Gallen oft nervenraubend. Der Nebel dominiert die Region so stark, dass wochenlang kaum Sonnenstrahlen durchkommen.

Umso mehr freute ich mich, der Stadt und dieser Nebelsuppe zu entfliehen. Jede Gelegenheit nutzte ich, so auch an einem Tag, an dem ich eigentlich verabredet war. Stattdessen zog es mich hinaus, um endlich wieder Sonne zu spüren. Nach längeren Phasen in dieser grauen Welt wird die Stimmung merklich gedrückt.


An diesem Tag wollte ich unbedingt den Sonnenaufgang erleben. In den frühen Morgenstunden ist der Nebel noch tiefer. Eine kurze Wanderung führte mich auf einen Hügel, der laut Nebelkarte oberhalb der Wolkendecke lag (übrigens ein super Tool für diese Jahreszeit).


Die blaue und die goldene Stunde zeigten sich von ihrer schönsten Seite mit Blick auf das Alpsteinmassiv. Leider stieg der Nebel nicht so schnell, wie ich gehofft hatte. Mein Wunschmotiv, ein aus dem Nebel ragender Berg blieb zunächst aus.


Mit der Zeit kamen immer mehr Menschen hinauf: Wanderer, Jogger, andere Fotografen.


Was ich mitgeben möchte: Meidet nicht nur die Nebelzeit sondern schaut auch mal in die andere Richtung beim Fotografieren. Mein Wunschmotiv fand ich nämlich schliesslich im Tal auf der gegenüberliegenden Seite. So entstand doch noch mein Nebelbild.


Blick in die andere Richtung

Nebelmeer über Stein AR

Ausblick - 1/2s , ISO 100 , f18 , Brennweite 200mm , Sony A7III


Route auf Komoot





Fotoalbum

Ein Fotoalbum mit den Bildern aus dem vergangenen Jahr zu erstellen, ist kein Geheimtipp. Es gibt viele Plattformen und Möglichkeiten, darüber brauche ich euch auch nicht zu beraten. Wichtig ist nur, dass ihr euch die Zeit dafür nehmt. Meine Alben erstelle ich weiterhin mit Smartphoto*, und dort habe ich einen super Tipp für euch (geht natürlich bei allen anderen Herstellern auch):

Bewahrt alle gedruckten Tickets etc. über das Jahr auf und klebt sie dann in den Buchrücken des Albums hinein. Die weisse Seite kann so genutzt werden und sieht dazu noch sehr cool aus.


Fotoalbum mit Stickers eingeklebt


Fotoklub


Wie so oft weckt der Rückblick auf das vergangene Jahr unterschiedliche Emotionen: Freude, Glück, aber auch Melancholie. Für mich bestätigt sich dabei immer wieder, wie schnell die Zeit vergeht. Umso mehr versuche ich, Erinnerungen festzuhalten und greifbar zu machen um jederzeit dorthin zurückkehren zu können.


Was blickst du zurück und mit was für Gefühlen bist du dann konfrontiert?


Zum Schluss noch ein wenig Werbung in eigener Sache:

Der Fotoklub St. Gallen ist ein geselliger Verein mit Fokus auf Fotografie, Austausch und gemeinsame Aktivitäten. In deiner Nähe gibt es bestimmt auch Fotoklubs aber wenn du in der Region St. Gallen bist, schau doch gerne einmal bei uns vorbei.


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